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So, wen haben wir denn heute im Player? Sporting Life… Wer? Ist das nicht ein Charakter aus Porgy & Bess? Ja, schon.
Hier gemeint: Ein Drittel der Formation Ratking aus New York. Sagte mir jetzt auch nicht mehr. Halb so wild, geht man unbefangener an die Sache heran. Wie bin ich also denn ausgerechnet darauf gekommen? Es liegt an dem Logo mit dem springendem Pferd in einem Dreieck: R&S Records.

Eines der ältesten Technolabels, das sich nach seinem Wandel und dem Wechsel von Belgien nach London mehr der innovativeren Seite britischer Bassmusik zuwendet. Und das mit Erfolg: James Blake, Lone, Pariah, Model 500, Untold… Noch mehr Namedropping notwendig um die Kredibilität zu unterstreichen? Dachte ich mir.

Vorliegend also der Herr Sporting Life mit seinem ersten Solo Album. 10 Tracks, die den Grenzganz zwischen Hiphop, Footwork und Electronica wagen. Das Cover lässt Rückschlüsse auf die Produktionsweise zu und ja, es klingt nach MPC. Die Loops sind teilweise etwas übersteuert, die Beats nicht quantisiert. Sollte es nicht mit der MPC gemacht worden sein, ich bemerke es nicht.
Das Album beginnt relativ ruhig mit „Aloha“, den beschriebenen etwas übersteuerten Loops und losen Beats. „Triple-Double No Assists“ ist da direkt ein ganz anderer Kandidat: Jungle/Footwork Beats über ruhigen Pianoloops und spärischen Sounds. Schön. Irgendwo zwischen Machinedrum und Lorn. „A.I. Style“ ist ein abstrakter Hip Hop Track, der mit sehr wenig Drums auskommt. Hier mal eine Snare, da mal eine heruntergepitchte Cymbal und: Ist es ein Bass, oder eine modulierte 808 Kick? Rhytmisch eher bei Trap anzusiedeln ohne dessen abgelaufene Formularien zu Übernehmen. „Sportsnation“ – Reduzierter Track mit einem Flangerpad, das durch Sidechaining unterbrochen wird, einer Kick und Vocal Fetzen eingeworfen. „My More Rounds“: Streicher Cut-ups bestimmen das Thema, unterstützt von gegenläufigen Synths und einem Drumset, diesmal aber ganz ohne Kicks. Umdrehen.
„Badd“ – Footwork/Jungle und Chorale Vocal Cut ups sind die Zutaten für einen engergetischen Cocktail. Der Track hat auch die richtige Länge, denn ehrlich gesagt hätte es mich jenseits der 3 Minuten angefangen zu nerven.
„The Sopranos“ ist mein Lieblingstrack. Pianos, Laidback Stimmung, straighte Kick bei unter 100 BPM und ein Rhythmus, der den Grove bestimmt. Dann setzen die broken Beat Fragmente ein und verschwinden wieder. „Pre-Order the Dope“ kommt im House Tempo mit Sidechain Sounds, Synth Pads und blubbernder Bassline um die Ecke. Die „gepfiffene“ Hauptmelodie ist etwas schräg, aber irgendwie findet alles zusammen. „We Three“ dann widerum mit asiatisch anmutenden Sounds (die aber irgendwie nach Korg Kaossilator klingen) und Hip Hop Beats. Schöne Atmosphäre.
Endspurt: „Looks Good on you“ – für meinen Geschmack zu viel von allem – schwierig zu beschreiben. Mal sind die Beats straight, dann wieder aufgebrochen. Synths und übersteuerte Loops…
Kein schlechtes Album, aber auch kein überragendes. Es sind viele gute Ansätze drin und man findet immer wieder Sounds, bei denen es klar wird, warum es auf R&S gesigned wurde. Die Footwork Tracks sind nice, einige andere auch – ein paar (insbesondere der Closer) sind mir zu konzeptionell gewollt.

Der Sound ist, für ein Tape von R&S, ziemlich low-fi – was mich doch verwundert. Es fehlt etwas an Höhen im Vergleich mit der digitalen Version. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das gewollt ist, denn auch das schwarze Tape mit den Vollflächenstickern, das Fotokopiertaugliche Design und das dünne Inlay lassen ein Gefühl von Homegrown Tape aufkeimen. Dafür ist es aber dann doch alles wieder zu industriell-perfekt platziert. Hmm. Wenn es Low-Fi wirken sollte, hätte man kein glänzendes Papier und einen noch krasseren Kopiererlook wählen sollen, wenn es nicht Low-Fi gemeint ist, hätte man hier insgesamt einen etwas besseren Job machen können. In beiden Fällen ist da noch Luft nach oben.

Am Ende bleibt ein interessantes, abstraktes Tape übrig, das ich mir hin und wieder anhören werde, aber es nicht in Dauerrotation schaffen wird. Solide.


Link:https://sportinglife.bandcamp.com/album/55-5s

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So, what is in the Player today? Sporting Life.. Who? Is that not a Character from Porgy & Bess? Think so. But this guy is a third of NY based group „Ratking“. Honestly, that rang no bell either. Nevermind, I will listen to it with fresh ears. How did I find that? Well, it is the Logo with that jumping horse and a triangle: R&S Records.

One of the oldest Technolabels around, moving form Belgium to London and switching Styles to the more innovative side of british Bassmusic. For good_ James Blake, Lone, Pariah, Model 500, Untold… More Namedropping needed for credibility? Thought so.

So here is Mr Sporting Life with his first Solo work. 10 Tracks between Hip Hop, Footwork and Electronica. The Cover gives a hint on the Production of this and yeah, it sounds like MPC. Even if it is not made with one, I would not notice. The Loops are a bit distorted and the beats not quantized. The Album starts relatively calm with „Aloha“, the bespoke distorted loops and loose Beats. „Triple-Double no Assists“ is a different Beast: Jungle/Footwork Beats over a calm Piano loop and spherical Pads. Nice. Somewhere between Machinedrum and Lorn. „A.I. Style“ is an abstract Hip Hop piece with spare drums. A snare or a pitched down Cymbal here and there and: is that Bass an altered 808 Kick? Rhythmically more in the Trap sector without the standard Formular. „Sportsnation“ – Reduced Track with a Flanger Pad, broken by Sidechain Compression, a Kick and Vocal snippets. „My More Rounds“: String Cut-ups, backed by Synths and a drumset without kicks. Flip.
„Badd“ – Footwork/Jungle and choral Vocal cut ups are the ingredients for this energetic Cocktail. The Track has the optimal length, anything beyond the 3 minute mark would have been annoying. „The Sopranos“ is my favourite. Pianos, Laidback mood, straght kicks under 100 bpm and a grooving Rhythm. Then the broken beats kick in and fade out again. „Pre-Orderd the Dope“ comes with House Tampo and Sidechained Sounds, Synth Pads and bubbling Bassline. The „whistled“ Melody is quirky, but somehow everything fits. „We three“ on the other hand has asian influenced Sounds (well, they sound somehow like a Korg Kaossilator) and Hip Hop beats. Nice Atmosphere. Almost there: „Looks good on you“ – Again, too much of everything – hard to describe. Sometimes straight, then broken again. Synths and distortion.

Not a bad Album at all, but not great either. Some good Ideas and there are several Sounds making clear, why this is  an R&S Release. I liked the Footwork Tracks, and some of the others – but some (e.G. the closing Track) are a bit too conceptional glitchy.

For a R&S Release, the Sound is kind of Low-Fi – ehat makes me wonder. Missing some Top ends, crosschecking with the digital Version. I am not sure if this is intentional, because also the black, stickered Tape, the copymachine friendly Design and the thin inlay give me a „Homegrown“ feeling. But then it is just too industrial perfect again. hmm. If is supposed to be Low-fi, they should not have chosen glossy paper and taken an even stronger „Copyshop“ approach. If this is not meant to be Low-Fi there is some room to advance. Well, in both cases is.

In the end, this is an interesting, abstract Tape I will go back to every now and then – but nothing for rotation list. Solid.

Link:https://sportinglife.bandcamp.com/album/55-5s

 

Smu

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