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Das Kölner Tape Label Camp Magnetics ist bereits eine Weile in Sachen Kassetten unterwegs und hat sich entsprechend bereits einen guten Namen in der Szene gemacht. In so Fern ist es mir eine besondere Freude ebenfalls ein Camp Magnetics Tape in meiner Sammlung begrüßen zu dürfen. Leider gab es dieses Jahr keinen neuen Release und es ist nicht so einfach die vergriffenen Tapes zu bekommen, so dass ich mit dem 2014er Release von popnoname vorlieb genommen habe, ohne eine genaue Vorstellung zu haben, worum es sich eigentlich handelt.

Ich hab bei Bestellung keine Ahnung gehabt, was mich musikalisch erwartet, da es nur Soundschnipsel gibt, die einen groben, eher unkonkreten Eindruck vermitteln. Eine Wundertüte im Besten Sinne, das Tape kommt in einem schwarzen Vakuumbeutel mit einem durchsichtigen Aufkleber. Anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich es überhaupt öffnen sollte, aber schließlich war die Neugier dann doch größer.
In Kontrast zum schwarzen Beutel befand sich innen ein weißer, nummerierter Schuber mit dem gleichen Aufkleber wie auf der äußeren Hülle und ein passend weißes Tape mit den Grundinfos. Keine Hinweise, keine Tracklist.

Tape rein und Play.
Dann beginnt ein durchgängiger 45 min Trip durch verschiedene Genres und Stimmungen. Ganz anders als der vorherige „Coolness“ Trip von Zackey Force Funk. Eine anfängliche Geräuschkulisse wandelt sich in einen einfachen melodischen Loop. Die 4/4 Bassdrum setzt ein und schon befindet man sich in einem technoiden Mikrokosmos. Rauschen und Zuggeräusche kommen hinzu, Teile verschwinden, neue kommen hinzu. Die Tracks fließen ineinander über, verändern sich, werden zu etwas neuem. Immer wenn man gerade denkt, es wird langatmig, passiert wieder etwas. Fragmente von Popmusik und auf einmal ein Krautrockartiger, analoger Drumloop überraschen mich. Insgesamt melodiöser als eingangs erwartet. Die A Seite endet sehr abprupt. Mein einziger Kritikpunkt bisher.
Mit einer gewissen „Neon-Großstadt“ Melancholie beginnt die B Seite, bevor die Stimmung kippt und wieder Krautrockige Elemente Einzug halten, um widerum in einem technoiden Spektrum aufzugehen. Aphex Twins Ambient Works meets Four Tet meets Can.
Liest sich vermutlich etwas esoterisch, aber es ist nicht einfach, das Gehörte zu beschreiben. Das Tape ist tatsächlich ein psychedelisch angehauter Trip, der musikalisch knapp über dem Boden schwebt, aber nie zu verkopft abstrakt wird.

Ich bin mir nicht sicher ob die Tapes in einem Kopierwerk entstanden sind oder Handdubbed sind, zumindest das Master Tape wurde offensichtlich zuhause aufgenommen. Der Klang ist nicht perfekt, alles hat einen gewissen Lo-Fi Charakter, ohne aber billig zu klingen. Finde ich hier passend und verstärkt die geschaffene Atmosphäre. Tendentiell finde ich bei Tapes etwas Lo-Fi eher charmant.

Ich sehe mich schon in ein paar Monaten in der Ginza Line in Tokyo, mit diesem Tape als Soundtrack. Denn letztendlich trifft es dies vermutlich am Besten: Ein Soundtrack zwischen altem und modernen.

Als Gesamtobjekt ein tolles Ding. Das reduzierte, aber gut durchdachte Package Design und die musikalische Qualität überzeugen mich.

Kickt mich. Sehr!

Link: http://popnoname.de/popnoname-7/

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The Cologne based Label Camp Magnetics is on the Tape scene for quite some time now and gained some good reputation. So it is a real pleasure to got one of their Tapes for my Collection. Sadly, there has not been a release in 2015, so I had to grab popnoname’s 2014 release, wich is what I am writing about right now.

When I ordered this, I had no idea what is musically going on here. I only found a few strange snippets. It comes as a surprise, literally as this is sealed in a black plastic bag wit a clear sticker on it. In the beginning I was not sure if I should even open this thing or leave it as is, but I am a curious guy. Contrasting the black bag, it contained a snow white numbered cardboard box with the same sticker like on the black bag and the matching white tape. No Info, no Tracklist.

Grab the Tape and press play.
Immediately starts a straight 45 minute long trip through different Styles and moods. In contrast to the before reviewed trip of Zackey force Funk’s „Coolness“. Beginning with a wall of noise it transforms into a simple melodic loop. The 4/4 Bassdrum kicks in and you are right inside this technoid microcosmos. Noise and Sounds of Trains blend in, parts disappear, new ones strike in. The tracks flow into each other, change, become something different. Any time it seems to get boring, something happens. Fragments of Popmusic and then a Krautrock like analog drum loop surprise me. More melodic that I expected. The A Side stops surprisingly hard. The only flaw. The Flip starts with a Neon-City melancholy, before the mood shifts and the Krautrock Elements come back, just to blossom into a technoid spectrum. Apex Twin’s ambient works meets can meets Four Tet.
Reads esoteric, I know, but it is not was to describe what I just heard. The Tape is indeed a psychedelic trip, flowing just a few inches above ground – but never getting too abstract or intellectually abstract.

I am not sure if this tape was copied in a professional plant or by hand – at least the Master is homemade. The Sound is far from perfect, everything got a Low-fi feel, but not sounding cheap at all. In my opinion worshipping the atmosphere. I have a knack for Low-Fi anyway.

I see myself in a few month inside the ginza Line in Tokyo, this tape as my Soundtrack. In the end this fits best: It’s a Soundtrack between the past and the modern.

As a whole a really nice piece. The reduced, but well planned Package Design and the musical quality intrigue me.

Kicks. A lot.

Link: http://popnoname.de/popnoname-7/

 

Smu

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