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Es hat seit Februar gedauert, bis mein Paket aus Detroit ankam, aber es hat sich gelohnt. Facebook Follower wissen bereits, dass wir bei TUMA die Sachen von Detroit Underground gern featuren. Die Jungs sind seit ca. 20 Jahren am Start und überzeugen immer wieder mit tollen Veröffentlichungen. Da war es klar, dass ich mir mal ein paar Tapes sichern musste. Kommen wir also zu Planet Pluto, dem Projekt von Greg Handlon und John L Kendrick – beide aus Detroit – und ihrem Album Foreign Body.

 

Wenn ich Detroit im Bezug auf Musik höre ist mein erster Gedanke: Techno. Das liegt auch nicht so weit entfernt, aber DU hat eine viel größere Bandbreite mittlerweile. Das hier vorliegende Exemplar ist oldschool Electro Sound: Zurück zu den Wurzeln. Und das mit einer Perfektion, die mich wirklich staunen lässt. „One Man Army“ ist Proto Electro mit Kraftwerk mäßigen Arpeggios, einem knackigen Beat einer tollen Atmosphäre. Gefolgt von meinem ersten Highlight: „Proto Sutro“. Düster, Sci-Fi und energetisch sind die Worte die sich mir hier aufdrängen. „Failed System“ ist reduzierter, mit einem Beat, der wie eine Maschine läuft, Vocoder Schipseln und einem irgendwie Funky Sound, der als Referenz zum Hip Hop zu sehen ist – denn Electro war damals auch vor allem „Black Music“ und stand dem Hip Hop nahe. Das merkt man spätestens dann bei „Alien Warfare“, einem Track, der eher richtung Afrika Bambaata geht. Tolle Synth Bassline. „Genius of Pluto“ nimmt sich dann wieder zurück und ist an sich ein toller oldschool B-Boy Track. „Lesser Value“ geht in eine ähnliche Richtung und holt mit seinen Pad Sounds wieder etwas mehr Kraftwerk ins Boot. Etwas mehr Experimente lässt „Crevis“ zu, der industrieller daher kommt und tolle Sounds verwendet. Super. Die Bassline von „Running Man“, mit der der Track beginnt packt einen direkt, auch wenn im Verlauf des Tracks nicht so viel passiert. „Tight Rope“ finde ich etwas unspektakulär und stellt für mich einen der wenigen Füller dar. Um so überraschender ist dann „Riddim“, einer abstrakten Hip Hop Nummer – spätestens jetzt sollte einem die ursprüngliche Verbindung zwischen Hip Hop und Techno klar werden. Zum guten Schluss dann noch etwas moderne Beatscience bei „So the Story goes“. Planet Pluto ziehen über wirklich einen roten Faden von den späten Siebzigern bis in die heutige Zeit. Immer mit Blick auf die Roots, aber auch modern. Ich war noch nicht in Detroit, aber ich vermute, dass die vielen Leerstände und Industriebrachen der stark gebeutelten Stadt ein eher dystopisches Bild zeichnen, dem das Duo einen entsprechenden Soundtrack verpasst. Nachdem ich im letzten Jahr Kraftwerk gesehen und gemerkt habe, wie Electro auf einer großen Anlage wirkt, würde ich dieses Album gern mal auf einer richtig dicken PA hören.

Der Sound ist Fett. Die meisten Electro Alben kamen in den 80ern und im Electro Hype der späten 90er raus (Westbam „Teminator“ und sowas – wer erinnert sich?) – in der Zeit haben sich die Produktionstechniken durchaus weiter entwickelt. Man merkt das hier deutlich. Dieses Album haut einem die Beats geradezu entgegen. Das Tape wurde relativ heiss angefahren und hat dadurch eine gute Portion Bandsättigung erhalten. Das betont den Bass und gibt dem ganzen etwas Grind. Gerade so viel, dass es nicht übersteuert klingt. Finde ich hier sehr geil und macht für mich das Tape zum Sieger gegenüber der digitalen Version. Die Kassette ist durchsichtig grün mit oldschool Etiketten beklebt. Das Cover von Beeple steckt in einer neongelb durchsichtigen Hülle und ist auf relativ einfachem Papier gedruckt.

Detroit Underground machen alles in Eigenregie und ich weiss gutes DIY  zu schätzen. Das Album ist für mich eines der fettesten Electro Alben, die ich je gehört habe und auch die Präsentation finde ich on Point. Klare Empfehlung!

Link: https://detund.bandcamp.com/album/foreign-body

 

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Since February I had to wait for my shipment from Detroit, but it was worth it. Facebook follower already noticed that we dig the Stuff Detroit Underground releases. Those guys are in the Biz for about 20 years now and have an impressive release history. So it was pretty clear I had to place an order there. So let’s get to Planet Pluto, the Project of Greg Handlon and John L Kendrick – both from Detroit – and their Album Foreign Body.

When I hear Detroit in terms of Music, I think: Techno. That is not too far off, but DU has developed a much broader musical base over time. What we are dealing with here is some oldschool Electro Sound: Back to the Roots. And with an impressive amount of perfection. „One Man Army“ is proto Electro with Kraftwerk influenced Arpeggios a crisp beat and nice Atmosphere. Followed by my first Highlight: „Proto Sutro“. Dark, Sci-Fi, energetic are the Terms coming to my mind. „Failed System“ is reduced, with a beat like a machine, Vocoder snippets and some kind of funky Sound I see as early Hip Hop reference – as Electro back then was counted as „Black Music“ and a brother of Hip Hop. You notice this with on „Alien Warfare“, a more Afrika Bambaata like Track. Cool Synth Bassline. „Genius of Pluto“ is taking things back again and would be a nice oldschool B-Boy Track. „Lesser Value“ heads the same direction but gets a bit more Kraftwerk vibe back in with it’s Pads. More expreimental Stuff on „Crevis“, that has an industrial touch and a really good Sound selection. Great one. The Bassline on „Running Man“ gets you from the start, even as the Track itself is not really evolving a lot. „Tight Rope“ is a bit unspectacular and is one of he few fillers. Then again „Riddim“ comes out of nowhere. An abstract Hip Hop Tune – by now you should get the idea of the connection between Hip Hop and Techno. Last Track is some up to date Beatscience with „So the Story goes“. Planet Pluto draw a red line from the late 70s to today with an eye on the Roots with this Album. I have not been to Detroit, but I can imagine that the vacant Houses and Industrial leftovers in this city draw a dystopic picture. One, the Duo made a Soundtrack for. After seeing Kraftwerk last year and learning what Electro Sound on a huge Soundsystem can do to you, I would love to hear this Album on big PA.

The Sound is Fat. Most Electro Albums came out in the 80s or within the late 90s Hype (Westbam „Terminator“ e.g. – ringing a bell?) – meanwhile the production sandards changed. You can hear this on this one. This Album slaps you the beats directly into your face. The Tape got recorded relatively hot and gained a nice amount of Tape Saturation this way. Pumping up the bass and adding a bit grind, but just as much as it does not sound distorted. I like it much and makes imho the Tape better compared to th digital Version. The Cassette is transparent green with oldschool Labels. The Cover from Beeple is housed in a neon yellow case and printed on normal paper.

Detoit Underground do their stuff on their own and I appreciate nicely crafted DIY. The Tape itself is one of the fattest Electro Albums I heard by now and the presentation is on Point. Recommended!

Link: https://detund.bandcamp.com/album/foreign-body

 

Smu

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