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Dream Catalogue hat gerade einen Lauf. Die Beachtung, die 2814 dem Label gebracht hat zeigt Früchte. Neue Künstler wurden gesigned und eine Reihe richtig guter Tapes in den letzten Wochen veröffentlicht. Es scheint noch einiges in der Pipeline zu sein, denn es werden dieses Jahr keine weiteren Künstler verpflichtet. Aber kommen wir zu DJ Alina aus der Ukraine. Als Gegenkonzept zu Vaporwave versteht sich seit einiger Zeit das Subgenre „Hardvapor“, Vaporwave mit Einflüssen anderer Musikrichtungen wie Hardcore oder Industrial. Künstler mit Osteuropäischen Anleihen wie DJ VLAD, Krokodil Hunter oder Soviet Niteklub befeuern dieses Genre. Zu dieser Gruppe zählt auch DJ Alina.

Vorab: Ich bin nicht so tief in Hardvapor und nicht gerade ein Fan des Genres. Aber was DJ Alina hier abliefert fühlt sich für mich anders an als die meisten anderen Veröffentlichungen dieser Musikrichtung. „Contract Killing“ beginnt mit einer sphärischen Melodie, die sich nach Vaporwave anhört, aber direkt ein höheres Tempo aufweist. Der einsetzende Beat kontert dies direkt und rückt den Track in ein anderes Licht. Die Rhythmik hat etwas von Breakbeat Musik und 80er Synthpop zugleich. Nach 2 Minuten wechselt dieser zu 4/4 Hardcore Kicks – glücklicherweise nur für eine hand voll Takte, um dann wieder zum ursprünglichen Beat zurück zu kommen. Das Arrangement ist abwechslungsreich für einen 3 Minuten Track. Nahezu nahtlos geht es in „Bloodline“ über, der auf ähnliche Muster setzt, aber dessen Beat aber mit Halfstep und Footwork Elementen spielt. „607“ ist für mich der Beste Track des Tapes. Asiatisch anmutende Sounds mit einem 2step Beat auf Steroiden und trance Arpeggios im späteren Verlauf. Irgendwie steckt da alles drin und widerspricht sich – genau diese Widersprüche machen diesen Track aus – aber die Mischung ist genau richtig um nicht in eine Richtung abzudriften. Hardcore mäßig beginnt „Strike Spin“, aber nach und nach kommen mehr Vaporwave und Industrial Elemente hinzu. Noch mehr Industrial und sogar eine Prise Hip Hop gibt es bei Maniax. Drums, die nach Ölfässern klingen, Verzerrte Synths.
Auf der B-Seite geht es mit „Power Drill“ weiter, einer technoideren Nummer. „Witness“ ist wiederum etwas experimentierfreudiger. Mit der extrem schnellen Kickdrum am Anfang ist man zunächst etwas irritiert, in welche Richtung der Track sich entwickeln wird. Die anderen Drums und die Synth Pads geben einem dann aber Orientierung, und der Track ist bei weitem nicht so schnell, wie anfangs gedacht. „Salvaged Proof“ ist für mich der schwächste Track. Sehr krachig mit Hip Hop Einfluss, im Mittelteil wieder mit Hardcore Part – es fehlt aber an Sounds, die den Aggressiven Sound kontern. Zum Glück gibt es davon wieder mehr bei „Terminate Pleasure“: Trance Sounds treffen auf schnelle Hihats und halftime Kicks und Snares. In die Richtung geht auch „Afterglow“, finde ich aber etwas weniger gelungen.  Der Aufbau des Tapes insgesamt erinnert an den klassischer Mixtapes. Die Tracks sind zwar nicht ineinander gemixt, aber fügen sich nahtlos aneinander an.

Im Vergleich zum digitalen fehlt es dem Tape ein wenig an Top End. Hier ist das zu verschmerzen, da der Sound ohnehin schon mit viel Distortion daher kommt. Es fühlt sich daher auch wie ein Mixtape an, das einem auf einer Party zugesteckt wurde. Die Kassette ist schwarz mit weißem Aufdruck, Standard J-Card.

Insgesamt ein echt gutes Release, das sich mal wieder richtig frisch anfühlt.  Jugendlich aggressiv und roh, aber mit interessanten Twists und Arrangements. Alles gerade so an der Kante, dass es noch cool ist. Die Mischung erinnert manchmal ein wenig an Atari Teenage Riot – aber die Unterschiede in der Herangehensweise sind am Ende dann doch zu groß.  Die ersten Blogs sind schon dran und es würde mich nicht wundern, wenn in ein paar Wochen auch die Musikredaktionen aufspringen und im Zuge des Hypes Alina zur Gallionsfigur des Vaporwave erklärt würde. Ich sehe dies potentiell.

Link: https://dreamcatalogue.bandcamp.com/album/maniax

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Dream Catalogue have a run at the moment. The wider attention they get right now through 2814 seems to result in a row of new signed Artists and a string of great releases. There seems to be even more going on, as there will be no more new signings this year. But let’s get to ukranian female DJ Alina. „Hardvapor“ is a Subgenre that sees itself as counterpart to the „classic“ Vaporwave for a couple of months now. It combines Vapor with influences from other musical styles like Hardcore or Industrial. Artists with a Eastern Europe Touch like DJ VLAD, Krokodil Hunter or Soviet Niteklub fuel this genre. So does DJ Alina.

I have to say: I am not so deep into Hardvapor and not much of a fan. But what Alina has to offer differs from most of the other Output I heard by now. „Contract Killing“ starts with a spherical melody, that sound like Vaporwave, but faster. The Beat is a heavy counterpart and shifts the whole setting. Rhythmical this has some Brakbeat but also 80s touch. After 2 minutes, it shifts into  4/4 Hardcore Kicks – just for a few seconds to return to the original beat again. The arrangement ist pretty versatile for a 3 minute song. Seamless connected is „Bloodline“, with a likewise structur but whose beat consists more of some footwork and halfstep elements. „607“ is the best one imho on the Tape. Asian sounding bits with a 2step beat on steroids and some Trance arpeggios. There seems to be somehow everything in this Track – but everything just as much to not drift into one direction at all. More like Hardcore beginns „Strike Spin“, but while progressing the Vapor and industrial Elements enter the mix. Even more industrial Sound and also some Hip Hop is combined  in „Maniax“. Drums that sound like empty Oil Barrels and distorted Synths.
The B-Side continues with „Power Drill“, a more technoid number. „Witness“ is more experimental. The ultra fast Kicks at the start are a bit irritating where this all would end. But the other Drumsounds and Synth Pads offer some direction and you understand that the track is not as fast as you might have thought in the beginning.. „Salvaged Proof“ is the weakest Track on the Tape according to me. Very noisy, with somehow Hip Hop elements and another Hardcore part in the middle – but it lacks musical parts countering the aggressive noise. But it all gets better again right at „Terminate Pleasure“: Trance Sounds meet fast hihats and halftime Kicks and snares. The same direction heads „Afterglow“, but not as good as the predecessor. The Tape is structured like a classic Mixtape. The Tracks are not blended in another, but seamlessly connecting.

Compared to the digital Version you hear a lack of top end. But here this is ok, as the sound itself is heavily processed anyway. It feels like a mixtape someone handed you at a undergound party. The Cassette is solid black with white print, standard J-Card.

In it’s entirety, this is areally good release that feels fresh. Juvenile aggressive and raw, but with interesting twists and arrangements. Everything is close to the edge of being cool without falling off in the end. The mixture reminded me in some moments of Atari Teenage Riot – but the differences are too big to really compare it. The first blogs took already notice, and I would not be surprised, if within a few weeks the music magazines jumped the bandwagon to hype DJ Alina as the figurehead of Hardvapor. I see this potentially happening.

Link: https://dreamcatalogue.bandcamp.com/album/maniax

 

Smu

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